Wir geniessen wieder einmal ein gemütliches Zmorgen. Heute haben wir wieder einmal keinen Stress. Wir starten unseren letzten Ndutu-Tag etwas später und packen müssen wir auch noch nicht. Das Buffet sieht gross aus. Aber mehr oder wenig hat es nur Yoghurt und Früchteschalen darauf. Ein gesundes Frühstück schadet nicht und Papaya, Mango und Ananas sind hier wirklich super fein und süss. Wir kommen nicht zu kurz. Natürlich können auch jegliche warmen Speisen extra bestellt werden. Satt starten wir unsere heutige Tour.
Querfeldein durch die grüne aber dennoch trockene staubige Landschaft fahren wir in den Morgen hinein. Eine Herde Gnus begleitet uns immer wieder. Diese Tiere wird man wohl nie los. Doch Martin ist happy. Allerdings auf die Fliegen, welche diese Tiere mitbringen, könnten wir beide liebend gern verzichten. Sie sind wirklich eine nervende Rasse. Das einzige positive ist dabei, dass sie nicht stechen können.
Fast alleine sind wir in dieser Prärie unterwegs. Fantastisch. Vorallem, wenn man dann auch noch einem Geparden begegnet. So können wir diesen ganz alleine geniessen und das Tier ist auch nicht so gestresst. Es ist ein Weibchen mit einem sehr grossen Bauch. Wann wohl die Babys kommen? Ganz in der nähe gab es mal ein Maasai-Dorf. Heute ist es verfallen und man kann zum Teil nur noch die Häuser erahnen. Mitten im Kreis ein riesen Getümmel von Geier und Marabu. Beides keine schöne Vögel, daher gehören sie auch korrekter weise zu den fünf hässlichsten Tieren. Hier wurde in der Nacht oder zu frühen Morgenstunde ein Gnu zerlegt und die Vögel kämpfen nun um die Resten. Ich bin froh, dass das Tier noch "so frisch" ist. Somit weht kein Verwesungsgeruch zu uns und heute ist es ziemlich windig. Irgendwie eine witzige Scene. Das herumhüpfen der Geier, die offenen Flügel, dass herumhaken der Schnäbel und die Geräuschekulisse... wir verweilen eine ganze Zeit dort. Dann ruft uns wieder die Abendteuerlust. Die nächsten Highlights stehen an und flasht uns schon ein bisschen.
Ein weiterer Leopard durchquert unsern Weg. So macht eine Safari Spass. Der Leo ist dieses Mal nicht auf einem Baum. Nee, er liegt faul im Schatten der Bäume. Allerdings kommen jetzt plötzlich aus allen Richtungen Fahrzeuge. Das passt ihm gar nicht und so steht er auf und läuft kraftvoll an den Wagen vorbei. Doch einfach so lässt man so ein Tier nicht an sich vorbei ziehen. Man fährt mit... wir natürlich auch. Für mich ein wunderschönes Tier. Es ist absolut nicht alltäglich - auch auf einer Safari nicht und so bleibt dieser Moment bestimm länger im Kopf. Irgendwann wurde es ihm dann zu bunt und verschwindet in den Schatten bzw. ins Gebüsch eines Baumes. Wir bleiben noch ein bisschen und so können wir wenig später noch beobachten, wie er auf den Baum klettern. Das war jetzt Nummer acht... hört sich nach viel an. In anderen Jahreszeiten ist man jedoch froh, wenn man überhaupt einen sieht.
Glücklich ziehen wir uns zurück. Doch nach zwei Minuten stehen wir schon wieder still. Eine Serval sitz ruhig im Gras. Sie wartet wohl, dass eine Maus aus dem Loch kommt. Wir verweilen ein ganzes Stück und irgendwann steht auch sie auf und läuft an unserem Auto vorbei. Wahnsinn. Was will ich noch mehr? Heute bin ich voll auf meine Kosten gekommen. Der Nachmittag können wir eigentlich streichen und direkt zur Lodge zurück kehren. Ich habe alles gesehen... dachte ich jedenfalls. Nee, absolut nicht. Wir beobachten wieder die Gnus-Herde mit ihren vielen Babys. Sie springen herum, saugen bei der Mutter oder liegen faul im Gras. Doch eine einzelne Gnu-Kuh lenkt unsere Aufmerksam auf sich - wen auch weit entfernt. Moment... die bringe ja gleich ein Baby auf die Welt. Auch wie süss. Ja, diesen Moment haben wir erhofft. Gebangt beobachen wir das Tier. Doch das Glück liegt manchman auch sehr nah am Pech. Das Tier kommt Tod auf die Welt und will nicht rauskommen. Mein Herz zerbricht. Sie läuft mit dem halben Tier heraushängend am Arsch herum, sitz wieder ins Gras und presst. Nichts passiert. Ich kann nicht mehr hinsehen. Das Ende ist voraussehbar. Baby Tod, Mama auch bald... Das ist die Natur... doch für mich ein kleiner Weltuntergang. Ich muss weg!
Die Wolken machen zu und es kommen ein paar Regentropfen. Der Himmel hat wohl die gleiche Stimmung wie ich... Doch als wir unsere Mittagspause machen, kommen bereits wieder Sonnenstrahlen und so machen wir uns knapp nach 14.00 Uhr wieder auf. Die Action bleibt aus, was nicht heisst, dass wir nichts mehr gesehen haben. Ein Löwe auf dem Baum, eine Leopardenschildkröte, ein einzelner Löwe, viele Dic Dic und Thomsen-Antilpen. So machen wir uns um rund 16.00 Uhr Richtung Lodge auf. Morgen steht eine lange Fahrt vor uns und so können wir auch noch etwas relaxen, die Sonne geniessen und faul herumsitzen.
Nun geniessen wir ein Glas Roséwein, die Vögelgeräusche und holen uns der eine oder ander Mückenstich (Scheissviecher!). Martin freut sich auf Morgen. Krater. Nashörner. Doch zuerst plage ich ihn noch mit ein paar Suhaeli-Wörter. Hihihi
Kommentar hinzufügen
Kommentare