Nach diesen Ferien habe ich ein Windtrauma! Die ganze Nacht brätschte er um die Steine, um unser Häuschen pfeiffend und lärmend. Das Zimmer ist aber warm und kuschelig. Also geht es um 7.00 Uhr zum Frühstück - mit dabei der Wind. Es hört sich vielleicht amüsant an. Aber wenn es einem manchmal fast wegfegt und man schnell einen Schritt machen muss um wieder stabil zu stehen, dann hat man es einmal gesehen.
Um 8.00 Uhr fahren wir mit dem offenen Jeep zum Nashorn-Trekking. Gutes Schuhwerk ist gefragt. Eine klare Kleidervorschrift wurde uns gestern Abend übermittelt. Ob wohl meine blau-violetten Trekkingschuhe durchgehen? Meine Mütze kommt aus der Reisetasche und auf den Kopf. Ein paar blöde Sprüche muss ich über mich ergehen lassen. Aber wie sagt man doch so schön? Wer zuletzt lacht, lacht am Besten. Die Mütze war genial! Der Wind peitschte uns um die Ohren im offenen Auto und ich? Ich hatte einen warmen Kopf und Ohren. Endlich lohnt es sich, dass ich auf die afrikanischen Reisen eine Mütze mitschleppe.
Die Fahrt dauerte rund 30 Minuten bis wir am Eingangstor des Matobo-Nationalpark waren. Wir fahren ein Stück. Lernten die Nashorn-Fussabdrücke im Sand kennen und traffen bald einen Ranger. Wo ein Ranger ist, sind auch die Tonnentiere nicht weit entfernt. So war es. Drei Stücke sahen wir bereits. Also raus aus dem Auto und auf die Füsse. Langsam liefen wir den Tieren hinterher. Ein Bulle, eine Nashornmutter mit ihrem 3-jährigen Baby. Ja, Baby ist der korrekte Ausdruck. Immerhin säugt der kleine Junge immer noch bei der Mama. Eigentlich dachte ich, dass wir heute einen schönen Marsch machen werden. Aber die Nashörner mögen den Wind auch nicht und so liegen sie schnell auf den Boden. Möglichst nahe an den Boden, um möglich wenig Wind abzubekommen. Sehr sympatisch. Nach rund einer halben Stunden und wenig Aktion, haben wir unsere Fotos im Kasten und kehren zum Auto zurück. Wir fahren noch ein wenig im Park umher. Immerhin soll es über 58 Breit- und Spitzmaulnashörner hier geben. Aber der Erfolg blieb aus. Noch ein paar Impalas, ein Pumpa und sieben Zebra kamen uns zu Gesicht. Nicht viel. Etwas enttäuschend. Wo sind die Tiere? Was solls... wir kehren zur Lodge zurück und erreichen diese kurz vor dem Mittag.
Wir haben Freizeit. Über drei Stunden haben wir für uns. Um 14.30 Uhr soll es nochmals auf Entdeckungstour gehen. Als Sicherheit ziehe ich meine Mütze wieder über. Es ist jetzt bedeutend wärmer, aber dieser Wind... und aus diesem Grund werden die langen Hosen auch nicht in kurze Hose gewechselt. Huiii, und ich war später so was von dankbar. Also wir fahren los.. wieder zum Nationalpark. Das Ziel sind nicht die Tiere sondern das Cecil-Rhodes-Monument. Ein Hügel mit speziellen Steinformationen. Doch genau hier steht das Shangani-Memorial. Der Gründer der ehemaligen britischen Kolonie Rhodesien - heutiges Simbabwe - liegt hier auf der Spitze des Hügels begraben. Er hat viel für die Ausbildung gemacht. Doch er war auch etwas grössenwahnsinnig. Immer mehr Land, immer mehr Reichtum. Das Land, die Weite, die Farben... sehr eindrucksvoll. Der blaue Himmel rundet das Bild noch ab. Tolle Fotomotive. Wir geniessen grundsätzlich die Natur, die Weite, die Ruhe und alles rundherum - aber der sch... Wind! Wir kehren zum Parkplatz zurück. Geniessen noch ein Apero und dann geht es zurück zur Lodge. Etwas spät. Alles hat sich etwas in die länge gezogen, so dass wir im Dunkeln durch den Nationalpark fahren müssen und auf der holprigen Strasse. Kurz vor 19.00 Uhr schaffen wir es zurück. Etwas durchgeschüttelt, verwindet und ja, wir haben auch ziemlich kühl. Afrika ist nicht gleich heiss. 20 Minuten... dann gibt es Nachtessen. Also schnell ins Zimmer. Kamera platzieren, Kleider wechseln und wieder zurück zur Lounge. Es gibt Nachtessen. Nicht das wow vom Himmel aber okay.
Wir plaudern noch etwas am Esstisch. Dannach gehts ans Campfeuer. Ich hoffe, dieses Mal ohne Skorpion. Dieses Vieh muss heute nicht sein. Morgen gehts wieder früh los. Und wir hoffen auf weniger Wind. Meine kurzen Hosen liegen bereit. Also bis dann....
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