Gestern Abend war die ganze Truppe noch lange am Feuer. Schön und doch etwa ungewöhnlich. Am Schluss waren wir dann doch nur noch zu viert und gingen kurz vor 23.00 Uhr zurück ins Zimmer. Wir waren keine fünf Minuten drin, da lief ein grosser Elefanten an unseren Zimmern vorbei. Zielstrebig lief der Bulle direkt ins grüne Gebüsch. Schön, dass wir hier doch noch einen Elefanten zu gesicht bekamen. Jetzt können wir uns hinlegen und mit einem Grinsen im Gesicht einschlafen.
Für uns fast wieder ein Ausschlafen. Frühstück erst um 8.00 Uhr. Wir und ein paar Andere sind nicht sonderlich begeistert davon. Wir möchten etwas erleben, etwas sehen, etwas unternehmen. Laut Reiseprogramm ist heute In Tag voller Tiere angesagt - Tiere, Tiere und nochmals Tiere. Das wird aber nix. Grmpf. Weder die Fusssafarie mit den super Guides (sie sollten ja zu den Besten des südlichen Afrikas gehören) noch eine richtige Safari wird es geben. Warum? Eine Antwort bekommen wir nicht. Irgend ein blödes gefasel ohne Hand und Fuss. Irgenwo drin hörte ich dann heraus, dass wir hier in einem Wildreservat sind. Da darf man nicht zu Fuss herum laufen. Das darf man nie in einem Wildtier-Reservat. Aber hallo? Warum steht es dann im Programm? In Namibia, in Uganda, in Tansania oder anscheinend auch in Sambia kann man und wird es gemacht. Ich bin genervt. Nee ich/wir sind enttäuscht. Bereits das zweite Mal, dass einfach ein Teil des Programms gestrichen wird.
Und so wurde die Fusssafari durch ein Dorfbesuch ersetzt. Wir laufen zum Dorf. Haha... das Dorf ist in unsere Lodge integriert. Also nichts mit Laufen. Zuerst Theorie. Grosse Plakate hängen davon in der Hotellobby. Der Hotel-Guide liest Wort für Wort ab. Wow. So habe ich es mir vorgestellt. Es wird ja immer besser. Dann geht es ein paar Meter weiter zu diesem Nyambiya-Dorf. Uns werden die Tranditionen erklärt. Eine klare Unterteilung Männer und Frauen. Unser Reiseleiter aus Namibia findet das vollkommen korrekt und will nicht dass sich daran etwas ändert. Für mich etwas Weltfremd. Man soll die Traditionen aufrechterhalten, vielleicht an die Zeit anpassen. Aber als Reiseleiter von europäischen Gästen muss man offen sein. Es gab schon einige Diskussionen. Seine Meinung und sonst nichts. Schade.
Jaaa, jetzt wäre ja noch eine Safaritour auf dem Programm. Die machen wir auch. Aber es geht erst um 16.00 uhr los. Was soll das? Bis wir im Park sind... das Licht ist nicht mehr so toll... und die Tiere warten nicht am Parkrand. Wo sollen wir also bitte den Leoparden, der Wildhund, der Schakal, die Zebras sehen. Obwohl heute die Sonne wieder strahlend vom Himmel schaut wird es gegen Abend frisch - insbesondere im offenen Jeep. Meine Pudelmütze und die warme Fleecejacke kommen auf jeden Fall mit.
Und so vertröstet sich fast die ganze Gruppe (eine Person fehlt) am Pool. Joachim unser ältester Mitreisende mit 75 Jahren geniesst den Pool und schwimmt hin und her und freut sich extrem. Das macht einem nach all der Enttäuschung irgendwie Glücklich und finde ich total süss. Manchmal braucht es nicht viel, um zufrieden und fröhlich zu sein.
16.00 Uhr. Wir stehen beim Jeep. Gut angezogen - aber ohne Kamera. Die Safari-Fotos mache ich dann nächstes Jahr wieder. Und ja... natürlich musste ich anhören, wie doch die Serengei schön ist. Und wie so oft... Recht hat er halt meistens! Den Pulli und meine Mütze brauche ich nicht. Die Sonne schien heute wunderbar - das merkt man gleich. Und was sahen wir? Eine Elefantenfamilie unter den Strommasten. Nicht das Fotomotiv das ich wünsche. Ein paar Gnus sehr weit entfernt, dass sich kein Foto lohnt und den Sonnenuntergang. Da wurde es auch Zeit, dass wir einen Sundowner nehmen. Meine Stimmung steigt langsam wieder. Ja ich war vom Tag schon sehr enttäuscht. Doch gute Gespräche können Wunder wirken. Es wird langsam dunkel. Zeit zur Lodge zurück zu kehren. Um 19.00 Uhr gibt es wieder Nachtessen - Buffet. Also noch schnell ins Zimmer und wieder zurück. Heute ist eine grosse Gruppe angekommen. Der Andrang am Buffet war entsprechend. Wir haben aber auch noch etwas abgekriegt.
Es ist heute Unterhaltungsprogramm angesagt. Mit Trommel, Gesang und Tanz. Muss nicht sein. Wir geniessen lieber das Lagerfeuer - unsere ganze Gruppe geniesst lieber das Lagerfeuer. Und sind froh, dass es Morgen Richtung Victoria Falls geht. Die Getränke sind fast ausgeschossen. Haben wir bis jetzt auch noch nie erlebt und das nicht in der Ersten Lodge. Ich glaube, ich bleibe heute lange am Feuer. In unserem Zimmer sind zwei grosse, hässliche Spinnen hoch an der Wand, zu denen will ich nicht...
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